Bisher gängige Erhaltungstherapie des typischen primären Morbus Addison

Hier wird die so genannte Erhaltungstherapie beschrieben, mit der nach der überwundenen Krise (mit Notfalltherapie) behandelt wird. Bisher wurde die Therapie mit Mineralokortikoiden aus der Humanmedizin erbracht. Durch das Medikament Astonin H® (Fludrokortison) wird die Verschiebung des Natrium-/ Kaliumhaushaltes behandelt. Hierfür wird laut Lehrbuch 0,01-0,02 mg pro kg Körpergewicht täglich verabreicht, aufgeteilt in zwei gleiche Dosen je morgens und abends. Bei zu hohen Kaliumwerten wird die Astonin H® Dosis erhöht, bei zu niedrigen Kaliumwerten wird sie verringert.

Glukokortikoide können (oder müssen, je nach Wohlbefinden des Hundes) zusätzlich in Form von Prednisolon oder Hydrokortison verabreicht werden. Da das Fludrokortison bereits auch eine geringe glukokortikoide Wirkung hat, kommen viele Hunde ohne zusätzliches Glukokortikoid aus. 

Prednisolon hat im Gegensatz zum Hydrokortison den Vorteil, dass es nur einmal täglich verabreicht werden muss. Es wird morgens gegeben, da auch der natürliche  Cortisolspiegel morgens beim gesunden Hund am höchsten ist.  Die Dosierung der Glukokortikoide richtet sich ausschließlich nach dem Wohlbefinden des Hundes und ist im Blut nicht messbar.  Unter Stress kann sich der Bedarf an Glukokortikoid erhöhen (siehe „Was sonst noch wichtig ist“). 

In der Literatur findet man unterschiedliche Dosierungsempfehlungen für Prednisolon, diese bewegen sich zwischen 0,05 und 0,2mg pro kg Körpergewicht. Die Erfahrung aus unserer Gruppe zeigt aber, dass die meisten Hunde eher bis zu 0,1mg pro kg Körpergewicht benötigen.

Bei einem guten Kalium-, aber zu niedrigem Natriumwert wird dem Futter jodfreies Kochsalz beigemischt. Eine gute Initialdosierung ist 0,1 g pro kg pro Tag, es kann aber auch erforderlich sein, deutlich mehr Salz zu verabreichen, damit die Natriumwerte in den Referenzbereich kommen. Salz ist für unsere Hunde nicht schädlich, auch wenn es in größeren Mengen gegeben werden muss. Ein zu niedriger Natriumwert hingegen wäre schädlich. Wir empfehlen, die verabreichte Menge Salz zu wiegen, damit immer eine gleichbleibende Dosis verabreicht wird. Wasser muss für den Hund ständig und unbegrenzt verfügbar sein!