Atypischer sekundärer Morbus Addison:

Auch beim atypischen sekundären Morbus Addison sind folgende Laborparameter richtungsweisend für die Diagnose:
 
• Endogenes Cortisol

• Endogenes ACTH

• ACTH-Stimulationstest

• CRH
 
Darüber hinaus kann wegen der Beteiligung der Hypophyse oder des Hypothalamus auch noch das bildgebende Verfahren aufschlussreich sein. Auch hier gilt: keine Cortisongaben für mindestens sechs Wochen im Vorfeld der Untersuchung.
 
Interpretation der Ergebnisse:

Keine Natrium-Kaliumverschiebung

Niedriger endogener Cortisolwert, es erfolgt kein Anstieg. Das liegt daran, dass die Nebennierenrinde lange Zeit nicht durch ACTH angeregt worden ist und daher nicht plötzlich größere Hormonmengen ausschütten kann. Die ACTH-Andockstellen (Rezeptoren) auf den Nebennierenrindenzellen verkümmern nämlich und nehmen daher bei fehlender Anregung durch das ACTH zahlenmäßig ab.

das endogene ACTH ist niedrig bis null

Hohe Ausschüttung von CRH, wenn die Hypophyse der Auslöser ist,

reduzierte bis fehlende Ausschüttung von CRH, wenn der Hypothalamus der Auslöser ist.
 
Therapie:  Es sind nur Glukokortikoid- Gaben erforderlich, eine Mineralokortikoid-Gabe ist nicht erforderlich. Der atypische sekundäre Morbus Addison wechselt nicht zum (a-)typischen primären Morbus Addison, daher ist keine regelmäßige Natrium/Kaliumkontrolle erforderlich, aber unter Umständen ist die Abklärung der Hypophyse-/Hypothalamusdefekte therapeutisch sinnvoll.